Sonntag, 9. Oktober 2016

Tipps und Anleitungen

How I did it: Alte Mainbrücke ausleuchten




1. Zum Objekt 

Die Alte Mainbrücke ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten in Würzburg. Laut der offiziellen Website der Stadt Würzburg wurde an der Stelle, an der sich die Brücke heute befindet, vermutlich die erste Steinbrücke in ganz Deutschland gebaut. Der Neubau, der im 15. Jahrhundet begann, erhielt 1730 die charakteristischen Heiligenfiguren. Nachdem die Figuren zerschlagen und nach dem Zweiten Weltkrieg stark beschädigt worden waren, konnten sie erfolgreich restauriert werden (Zugriffsdatum: 07.10. 2016). Heute ist die Alte Mainbrücke der Ort, an dem Würzburger und Touristen einen Schoppen Wein trinken und sich unterhalten. Tagsüber ist mit großen Menschenmassen zu rechnen. 


2. Die Idee

Für mich stand fest, dass dieses gewaltige Bauwerk auf dem Foto ganz für sich stehen sollte. Zwar gehören die vielen Weintrinker auch zum Gesamteindruck der Brücke, jedoch wollte ich die Schönheit der Brücke ganz für sich stehen lassen. Damit beschränkte sich der Zeitraum zum Fotografieren auf die Nacht- und Morgenstunden. Das passte gut zu der Idee, dass der Himmel nicht nur blau sein sollte, sondern zu der warmen Atmosphäre der Stadt(-beleuchtung) passen musste. Damit stand der Zeitpunkt fest: Blaue Stunde bis Sonnenaufgang. Dank App war es kein Problem herauszufinden, wann ich losziehen musste. Da ich wusste, dass die Brückegeländer selbst nicht beleuchtet sind und auch die Steinfiguren an diesem Morgen nicht beleuchtet waren und ich dem Bild etwas einmaliges verleihen wollte, entschied ich mich dazu, die Brücke Schritt für Schritt auszuleuchten. Das wollte ich mit einem externen Blitz mit Leitzahl 43 realisieren. 


3. Die Umsetzung

3.1 Kamera, Objektivwahl und Zubehör

Zur Umsetzung der Bildidee wählte ich meine A77 mit dem Sony 18-135mm. Warum ein Reisezoom? Das hatte zwei Gründe: Zum Einen, weil ich die ganze Brücken erfassen und damit weitwinklig fotografieren wollte. Für solche Situationen fehlt mir derzeit noch ein gutes Weitwinkelobjektiv, deshalb musste ein Reisezoom herhalten, das -finde ich - unter Fotografen zu Unrecht verrufen ist, zumindest in solchen Situationen. Natürlich liefert ein Weitwinkel höchste Qualität. Allerdings ist die Schärfe des Reisezooms auch nicht zu verachten, wenn man entsprechend abblendet - und das ist bei dieser Aufnahme ohnehin geplant gewesen. Zum Anderen hatte ich die Brücke zuvor noch nie völlig leer gesehen. Mit Reisezoom war ich mit der Wahl der Brennweite flexibel und musste kein großes Repertoire an Objektiven durch die Stadt schleppen.
Als Stativ nutze ich ein Cullmann nanomax 260 mit Dreiwegeneiger. Um leichtere Verwacklungen zu vermeiden nutzte ich einen Fernauslöser. Der Sony HVL-F43M wurde mithilfe von Pixel King Funkauslösern drahtlos ausgelöst. Der Blitz war nicht direkt auf die Brücke gerichtet, sondern gegen einen Faltreflektor, woraus weicheres Licht resultierte.


3.2 Vorgehen

Als ersten Schritt fotografierte ich den beginnenden Sonnenaufgang mit der Straßenbeleuchtung und den beleuchteten Gebäuden der Stadt. Im Anschluss folgte Teamwork: Die Assistentin löste aus, ich leuchtete nach und nach das Brückengeländer und die Heiligenfiguren aus. Insgesamt dauerte dieser Schritt circa eine Stunde. 

JPEG ohne RAW-Entwicklung mit Sonnenuntergang und Beleuchtung


JPEG ohne RAW-Entwicklung: Hinten links ist die Ausleuchtungs des Geländers
mit Aufsteckblitz erkennbar

3.3 Software

Zusammengesetzt wurden alle Belichtungen schließlich mittels Adobe Photoshop CC, allerdings wäre dieser Schritt auch mit GIMP durchführbar. Dazu legte ich zwei Bilder als Ebenen übereinander und nutzte dann Ebenenmasken und Pinsel, um die ausgeleuchteten Flächen zu vereinen. Wenn ein Foto leicht verrutscht war, konnte dies mit der Einstellung "Automatisch ausrichten" behoben werden. Abschließend wurden Lichter und Tiefen, Weiß und Schwarz und Klarheit und Sättigung korrigiert und geschärft. Der Kran links wurde herausgestempelt, Verzerrungen korrigiert.



4. Fazit

Wer ähnlich vorgehen möchte, der sollte auf jeden Fall viel Zeit, Präzision und einen eventuell auch eine helfende Hand mitbringen. Die Abstände zwischen den Punkten, die angeblitzt werden, sollten gleichmäßig sein, genau wie der Abstand zum Objekt. Der Computer sollte genügend Arbeitsspeicher haben und die Arbeitszeit in Photoshop nicht unterschätzt werden. Dazu drängt die Zeit. Ist die Sonne einmal aufgegangen, verändern sich die Lichtverhältnisse und die Straßen füllen sich schnell.


5. Erwähnung

Mein großer Dank geht an die facebook-Seite Würzburg erleben, die das Foto auf ihrer Seite gepostet hat. 

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