Flugzeuge fotografieren am 70. Jahrestag des VJ-Day
Da ich ja bereits in einigen Posts betont habe, dass meist mehr hinter einem guten Foto steckt, als das Drücken des Auslösers und die richtigen Einstellungen, habe ich beschlossen, meine Gedankengänge vorzustellen.
2015 fand in London eine große Feierlichkeit zum 70. Jahrestag des VJ-Day statt. Als VJ-Day (Victory over Japan Day) wird der Tag bezeichnet, an dem Japan 1945 kapitulierte.
Auf die Parade sind wir eher zufällig aufmerksam geworden, als wir gerade Westminster Abbey besichtigen wollten. Die Polizei war gerade dabei die Straßen zu sperren und auf Nachfrage erfuhren wir, dass ein paar Stunden später eine große Parade mit Veteranen stattfinden würde. Nach ein bisschen googlen stand fest: Das müssen wir sehen! Den Anfang machten für uns 3 Kampfflugzeuge, von denen wir wussten, dass sie über die Themse fliegen würden.
Auf die Parade sind wir eher zufällig aufmerksam geworden, als wir gerade Westminster Abbey besichtigen wollten. Die Polizei war gerade dabei die Straßen zu sperren und auf Nachfrage erfuhren wir, dass ein paar Stunden später eine große Parade mit Veteranen stattfinden würde. Nach ein bisschen googlen stand fest: Das müssen wir sehen! Den Anfang machten für uns 3 Kampfflugzeuge, von denen wir wussten, dass sie über die Themse fliegen würden.
Deshalb suchten wir uns eine Viertelstunde bevor es losging einen guten Platz auf der Westminster Bridge. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich nur schwer abschätzen, was mich erwartet und ich war wirklich froh, dass ich das 18-135mm an der Kamera hatte. So hatte ich zumindest "ein bisschen Teleobjektiv" dabei und war flexibel hinsichtlich der Wahl der Brennweite. Das hat sich schließlich als der wichtigste Vorteil erwiesen.
Bevor das erste Flugzeug zu sehen war, überlegte ich mir meine Einstellungen. Ich würde eine schnelle Verschlusszeit brauchen und mit Blende 8 auf Nummer sicher gehen. Die kurze Verschlusszeit war deshalb wichtig, weil die Flugzeuge mit hoher Geschwindigkeit flogen, die Blendenzahl durfte deshalb nicht zu klein gewählt werden, um einen möglichst großen Schärfebereich im Bild zu erhalten.
Für das erste Foto wählte ich eine Brennweite von 135mm bei ISO 640 Blende 8 und 1/1250.
Anschließend nahm ich mir die Zeit, wechselte in die Detailsansicht und kontrolliere nacheinander: Ist das Bild scharf d.h. tritt Bewegungsunschärfe auf? Könnte ich die Verschlusszeit kürzer wählen um den ISO absenken zu können und die Rotation der Propeller einzufangen? Passt der Fokus?
Nachdem ich alles abgewägt hatte, fiel mir noch etwas auf: Das Bild erzählt keine Geschichte, da das Flugzeug nicht im Kontext zur Umgebung steht und das obwohl eines der bekanntesten Wahrzeichen Londons in wenigen Sekunden direkt unter dem Flugzeug sein würde. Das war für mich der wichtigste Punkt, den ich beim spontanen Fotografieren so oft außer Acht lasse! Und genau jetzt wurde das Reisezoom so wichtig! Denn es war keine Zeit das Objektiv zu wechseln und ich wollte das Flugzeug aus möglichst vielen Perspektiven im Kontext zeigen. Dazu musste ich mich vortasten. Ich beschloss, meine Verschlusszeit abzusenken: 1/800 Sekunde, ISO unverändert, falls Bewegungsunschärfe auftritt und ich wieder eine kürzere Zeit wählen müsste. Und los gings:
Bild 1: 50mm
Bild 2 und 3: 135mm
Nun wird deutlich, was mir zuvor aufgefallen war: Das Flugzeug kann einer konkreten Zeit und einem konkreten Ort zugeordnet werden. Von Bild 1 bis Bild 3 veränderte sich folgendes: 1. Das Flugzeug kam näher. 2. Mir fiel auf, dass Bild 1 mehr ein Schnappschuss vom London Eye ist, als dass deutlich wird, dass es um das Flugzeug geht. Von da an probierte ich verschiedene Brennweiten aus und wechselte zwischen Quer- und Hochformat.
Dennoch hatte ich keine Angst vor Extremen: Ich wollte auf jeden Fall ein Detail-Foto haben, auf dem das Flugzeug mit Piloten gut zu sehen ist, also wählte ich die höchste Brennweite: 135mm. Als das Flugzeug in Richtung Elisabeth Tower flog, wollte ich den Turm von unten mit dem Flugzeug haben, deshalb wählte ich 18mm.
Bereits ab diesem Moment hatte ich im Kopf, wie ich die Fotos bearbeiten will und wie mein Endergebnis aussehen wird.
Nachdem diese "kleine" Probephase vorüber war, hatte ich noch einen kurzen Moment, bevor die letzten beiden Flugzeuge am Himmel erschienen. Ich kontrollierte ein letztes Mal meine Bilder und als weil ich zufrieden war, variierte ich wie zuvor die Brennweite.
Bereits ab diesem Moment hatte ich im Kopf, wie ich die Fotos bearbeiten will und wie mein Endergebnis aussehen wird.
Nachdem diese "kleine" Probephase vorüber war, hatte ich noch einen kurzen Moment, bevor die letzten beiden Flugzeuge am Himmel erschienen. Ich kontrollierte ein letztes Mal meine Bilder und als weil ich zufrieden war, variierte ich wie zuvor die Brennweite.
Fazit:
Als Fotograf sollte man das Ziel seiner Fotos spätestens beim Fotografieren im Kopf haben. Das gilt auch dann, wenn spontan fotografiert wird. Während dem Fotografieren sollte man sich immer einen kurzen Moment Zeit nehmen, um die Fotos auf Fehler zu kontrollieren und sich selbst einschätzen zu können. Sind die Erwartungen realistisch? Konnte ich meine Idee gut umsetzen? Wird der Inhalt meiner Fotos deutlich? Muss ich meine Einstellungen abändern? War ich schon erfolgreich? Selbst wenn eine Situation nur kurz andauert, lohnt sich eine Kontrolle immer!
Soweit waren alle Fotos mehr oder weniger stark bearbeitet. Hier die einige Endergebnisse:













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