Mittwoch, 19. April 2017

Foto der Woche

Foto der Woche 



Das Foto der Woche folgt dem Marienkäfer und der Wespe: Es ist ein Makro-Stacking, bei dem ich mich auf den Augen-/Kopf-Bereich dieser Amerikanischen Kiefernwanze und ihren Rüssel konzentriert habe. Nachdem ich bei dem Post zum Wespen-Foto ja bereits das Vorgehen beim Entwickeln solcher Fotos beschrieben habe, möchte ich an dieser Stelle kurz das Lichtsetup beschreiben. 

Ausgeleuchtet habe ich mit nur einem Blitz, dem HVLF 43AM von Sony, jeder renommierte Drittanbieter würde aber die Aufgabe genauso erfüllen. Eine Leitzahl von 43 ist für die Aufnahmen absolut ausreichend. Mit einem Leuchtstativ habe ich den Blitz oberhalb des Motivs von schräg vorne ausgerichtet. Um weiches Licht zu erhalten verwendete ich einen großen Reflektorschirm. Besser wäre aber eine kleinere Softbox oder sogar eine kleine selbstgebaute Softbox aus einer Brotdose. Damit halten sich die Kosten fürs Zubehör in Grenzen.









Blitz am Reflektor-Schrim. Dieses Modell hat einen speziellen Softbox-Einsatz und ist eigentlich für Porträts gedacht. Besser wäre eine kleinere Softbox. Der Blitz stand nach kurzem Ausprobieren auf voller Leistung. 












Mit dieser Lichtsetzung wäre nun der obere Teil der Wanze zwar gut ausgeleuchtet, auf die Unterseite und Teile des Rüssels würde aber ein Schatten fallen. Deshalb bastelte ich mir kleine Reflektoren aus Alufolie und platzierte sie links und rechts sowie unterhalb des Motivs. So war eine schattenfreie Ausleuchtung gewährleistet. Der Reflektor mit Durchmesser 40cm diente mir als schwarzer Hintergrund.  



Fertiger Aufbau. Der Blitz wird kabellos ausgelöst. Dafür verwende ich an der Sony A77 den aus Foren berühmten Pixel King. 



Warum eigentlich ein Blitz, wenn bei Stackings doch verhältnismäßig offenblendig fotografiert wird? 

Daraus resultiert doch ein niedrigerer ISO und eine dementsprechend höhere Bildqualität? Ja, das stimmt! Allerdings möchte ich zum Einen keine Details verlieren und deshalb den ISO auf dem niedrigsten Wert halten. Zum Anderen kann ich durch den Blitz das Licht gezielt so setzen, wie ich möchte und so Schatten vermeiden oder Strukturen betonen. Bei allen Fotos fällt das Licht exakt gleich auf mein Motiv. So sind Unregelmäßigkeiten ausgeschlossen. Außerdem spielt die Verschlusszeit dank dem Blitz eine vergleichsweise weniger große Rolle. Folglich kann durch eine kürzere Verschlusszeit Verwackeln am Stativ fast vollständig ausgeschlossen werden. 


Geht das auch ohne Blitz? 

Theoretisch ja! Die absolute Low-Budget-Lösung wäre ein ähnlicher Aufbau mit Taschenlampen. Allerdings könnte das Licht nur dann so gezielt gesetzt werden, wenn der Raum absolut dunkel ist. Als Lichtformer kann auch ein DIN A4 Blatt verwendet werden. Sicherheitshalber die Temperatur der Lampen beachten.



Warum ist der Hintergrund nicht schwarz, wenn doch der Reflektor schwarz ist? 

Genau da liegt das Problem am großen Schirm und am Setup. Dadurch fällt noch ein Rest Licht auf den Reflektor, sodass er grau erscheint. Besser wäre - wie erwähnt - ein kleinerer Lichtformer mit Wabeneinsatz, um das Licht gezielt aufs Motiv zu lenken. Ich konnte den grauen Hintergrund aber sehr gut verkraften und war mit dem Ergebnis trotzdem zufrieden. 



Lässt sich Staub am Motiv vermeiden? 

Nein, nicht völlig, da ich ausschließlich tote Tiere für die Stackings verwenden kann. Trotz Reinigung mit Pinzette lässt sich Staub nicht immer vollständig vermeiden. 













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