How I did it: Volksfest-Feuerwerk in Nürnberg
1. Zum Event
Jedes Jahr findet in Nürnberg ein Frühlings- und ein Herbstvolksfest statt, bei dem jeweils zwei bis drei Mal ein großes Feuerwerk gezündet wird. Das Volksfest selbst wird auf dem Nürnberger Volksfestplatz in der Nähe des Dutzendteichs und der Kongresshalle veranstaltet. Ist ein Feuerwerk angekündigt, bilden sich am Ufer des Dutzendteichs oder auf der Nürnberger Burg große Gruppen und beobachten gespannt.
2. Die Idee
Nachdem ich in den Vorjahren bereits auf der Burg und am Dutzendteich fotografiert hatte, wollte ich dieses Mal wieder auf die Burg, um das Feuerwerk im Kontext zur leuchtenden Stadt zu zeigen. Dabei wollte ich die höchstmögliche Bildqualität erzielen. Da für mich das Riesenrad charakteristisch für ein Volksfest ist, sollte es auf jeden Fall mit auf das Foto.
Finale vom Dutzendteich aus fotografiert
3. Die Umsetzung
3.1 Kamera, Objektivwahl und Zubehör
Um das Feuerwerk optimal in Kontext mit der Stadt zu setzen, wählte ich die Sony A77 mit dem Sony 18-135mm. Das erlaubte mir meinen Bildausschnitt flexibel anzupassen. Warum ich das 18-135 oft nutze, erkläre ich im Post über die Alten Mainbrücke.
Zur Vermeidung von Verwackelungen nutzte ich einen Kabelfernauslöser und ein Cullmann nanomax 260 mit Dreiwegeneiger.
3.2 Das Vorgehen
Pünktlichkeit ist das A&O wenn es um Feuerwerke geht. Zum Einen kommen nach und nach immer mehr Menschen auf die Burg, zum Anderen kann man so ganz entspannt die richtige Bildaufteilung finden und die Kamera in Ruhe ausrichten und einstellen. Da ich das Riesenrad auf jeden Fall mit im Bild haben wollte, startete ich eine Belichtungsreihe, noch bevor das Feuerwerk anfing. So konnte ich das leuchtende Riesenrad einfangen und die Stadt optimal belichten, ohne mir Gedanken über das Ausbrennen von Details im Feuerwerk machen zu müssen oder später Probleme mit dem Rauch des Feuerwerks zu bekommen. Die unterschiedlichen Belichtungen erlaubten es mir außerdem, die Lichter der Stadt beim Entwickeln zu korrigieren.
Insgesamt benötigte ich für die gesamte Aktion ca. eine Stunde: Ich war 45 Minuten früher da, das Feuerwerk dauerte um die 15 Minuten.
Um höchste Bildqualität zu erzielen verwendete ich den niedrigst möglichen ISO-Wert. Dieser variierte je nach Wahl der Verschlusszeit. Aus meinen Erfahrungen der letzten Male entschied ich mich für eine Verschlusszeit um die 0,6 Sekunden, um "Feuerschweife" auf den Fotos zu erzielen. Als Blende wählte ich nahezu bei jedem Foto 5,6.
3.3 Software und Entwicklung
Die einzelnen Ergebnisse wurden zunächst in Lightroom entwickelt: Lichter, Tiefen, Weiß und Schwarz wurden -falls nötig- korrigiert. Anschließend wurden die Fotos exportiert. In GIMP wurden zunächst die Ergebnisse der Belichtungsreihe mit Ebenenmasken zusammengeführt und so Details in helle Bereiche gebracht. Anschließend wurde das Foto mit dem schönsten Teil des Feuerwerks ausgewählt und das Feuerwerk mittels Ebenenmaske in das beschriebene Ergebnis integriert. Dazu duplizierte ich die Feuerwerk-Ebene, konvertierte sie in ein kontrastreiches SW-Foto, schnitt diese Ebene mittels Strg+X aus, legte auf der Feuerwerk-Ebene eine Ebenenmaske an und fügte die SW-Ebene mittels Strg+V in die Maske ein. Da das Feuerwerk im SW-Foto weiß erscheint, wird es nicht ausmaskiert. Das Endresultat wurde dann in Lightroom entwickelt.
4. Fazit
Um ein großes Feuerwerk gut zu fotografieren, ist viel Erfahrung und Wissen notwendig. Zahlreiche youtube-Videos sind eine gute Hilfestellung und geben ein grobes Gefühl für die richtigen Kamera-Einstellungen. Dennoch sollte man immer voll konzentriert sein, da die Lichtverhältnisse während des Feuerwerks nicht konstant bleiben. Das Finale ist heller als der Beginn, ein Teil schneller oder heller oder dunkler. Für mich ist deshalb der Live-View der Sony A77 wirklich eine unverzichtbare Hilfe. Fokus -Peaking zeigt mir außerdem zuverlässig, ob der Fokus präzise sitzt.
Pünktlichkeit ist das A&O.
Ob man ein Feuerwerk exakt so fotografieren will, bleibt jedem selbst überlassen. Natürlich geht es auch ohne aufwändige Ebenenmasken. Ich habe diesen Weg gewählt, nachdem ich mit den Ergebnissen bisher nie 100%-ig zufrieden war. Wenn ich auf die Stadt blicke und das Feuerwerk sehe, dann ist das ein wunderbarer Moment, in dem alles passt. Das wollte ich in meinen Fotos wiedergeben. Ganz ohne rauschen. Ganz ohne schwarze Löcher und grelle Lichter.
Oben: Resultate der Belichtungsreihe. Links: Stadt gut belichtet, aber die Lichter brennen aus. Rechts: Details in den Lichtern, aber die Stadt säuft ab. Mittels Ebenenmasken kann ein ausgewogenes Ergebnis erzielt werden.
Alle ISO 50 für optimale Qualität
Unten: Korrekt belichtetes Feuerwerk. 0,6 sek, f5.6 ISO 500
Alle ISO 50 für optimale Qualität
Unten: Korrekt belichtetes Feuerwerk. 0,6 sek, f5.6 ISO 500





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