How I did it: Verschwommenes Fluss-Foto
ISO 500; f/5,6; 1/100
1. Zur Location
Die Bayreuther Mainauen sind für mich ein wunderschönes Stück Natur, ein Platz zum Abschalten. Obwohl die Auen sehr weitläufig sind, sind sie zu Fuß vom Stadtzentrum aus relativ schnell zu erreichen. Fünfzehn bis zwanzig Minuten sollte man bis zu der Stelle auf dem Foto allerdings schon einplanen. Dann kann man dem Weg, der sich zwischen Wiesen und Feldern entlang des Roten Mains erstreckt, problemlos folgen. Als ich das erste Mal dort unterwegs war, viel mir eine Stelle am Fluss auf, die ich als besonders schön empfand, da man dort nahe an den Fluss heran kommt, das Wasser recht still fließt und viele umgefallene Bäume eine besondere Atmosphäre erzeugen. Dort ist auch das Foto entstanden.
Am besten gelangt man dorthin, wenn man vom Nordring aus der Straße zum Bezirksklinikum folgt und an dem Trampelpfad links an der Wendeschleife zum Fluss hin folgt. Nach einigen hundert Metern erreicht man einen Wegweiser (roter Punkt). Von dort aus sind es nur noch wenige Meter, bis links eine umgefallene Weide erkennbar wird, an der zwei Trampelpfade zum Flussufer führen.
2. Zur Idee
Entstanden ist das Bild im November letzten Jahres. Zu dieser Zeit war es sehr verregnet und graue Wolken schoben sich über das Areal. Die Bäume hatten den Großteil ihrer Blätter verloren und es begann die typische Übergangszeit vom nassen Herbst in den kalten Winter. Diese Stimmung und Vergänglichkeit wollte ich in meinen Bildern einfangen. Dafür wollte ich keine knackige Schärfe oder herausragende Bildqualität, sondern vor Allem eine surreale, verzerrte und verschwommene Stimmung erzeugen.
3. Die Umsetzung
3.1 Kamera und Objektivwahl
An diesem Tag war ich mit einer Sony A77V und dem 18-135mm unterwegs, um im Weitwinkel Aufnahmen der Landschaft machen zu können und mit einer längeren Brennweite engere Bildausschnitte für Details zu erfassen.
3.2 Der Trick
Um ein verschwommenes Foto zu erzeugen, klemmte ich ein Stück Frischhaltefolie direkt vor die Linse des Objektivs. Diese fixierte ich, indem ich die Sonnenblende in umgekehrter Richtung am Objektiv anbrachte. Im Anschluss wurde gezerrt und Löcher gemacht, bis mir die Stimmung im Bild gefiel.
4. Fazit
Lasst uns bei den ganzen Möglichkeiten der Technik und der brillanten Leistung von Objektiven und Sensoren nicht die Kreativität vergessen! Denn nicht jedes Bild muss immer bis ins letzte Detail scharf und korrekt belichtet sein. Manchmal passt Qualität nicht in die Stimmung und dann ist es hilfreich Wege zum "Verschlechtern" zu finden. Das kann Frischhaltefolie sein, ein Lineal für Reflexionen, ein Stück Glas und und und... Ich finde offene Augen im Alltag lohnen sich, sowohl für die Motiv-, als auch für die Wahl des Hilfsmittels. Der Trick mit der Frischhaltefolie war leicht anzuwenden und hat spannende Bilder hervorgebracht. Wer allerdings kein Freund von Fummeln ist oder seine Fotos schnell aus der Hand schießen möchte, dem macht Fotografieren ganze ohne "Schnickschnack" sicherlich deutlich mehr Spaß.
Hier kam ein Geodreieck zum Einsatz.


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