How I did it: Sterne über Bayreuth
1. Zum Weihnachtsmarkt
Der Bayreuther Weihnachtsmarkt ist inmitten der Bayreuther Fußgängerzone zu finden. Die Buden ziehen sich durch die Maximilianstraße, von der Spitalkirche in Richtung Schlosskirche. Damit ist er mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen und für Autofahrer stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Allerdings sollten die Öffnungszeiten beachtet werden: Auch wenn der Markt die ganze Woche über geöffnet hat, schließt er bereits um 20 Uhr. Danach hat nur noch das Winterdorf geöffnet.
2. Die Idee
Die Idee entstand im Rahmen meines Mottos "Weihnachtsmarkt und Sterne" und entwickelte sich weiter, als ich über den Weihnachtsmarkt schlenderte (Wie ich Fotos plane). Da der Markt außer der Spitalkirche und einem großen Weihnachtsbaum keine weiteren markanten Punkte aufweist, aber unter klarem Himmel dennoch eine eigene, warme Atmosphäre hat, entschied ich mich in Form von Startrails zu fotografieren. Das hebt die Sterne mehr hervor und verleiht dem Markt die Stimmung, die er verdient.
3. Die Umsetzung
3.1 Kamera und Objektivwahl
Da ich sowohl eine Bude des Marktes, als auch Startrails fotografieren wollte, verwendete ich die A77 mit dem 18-135mm. So konnte ich weitwinklig fotografieren und war zwischen den einzelnen Buden flexibel. Allerdings würde ich ein Weitwinkel dem Reisezoom deutlich vorziehen. Zudem hatte ich einen Fernauslöser und ein Stativ der Marke Cullmann dabei.
3.2 Einige Besonderheiten
Im Gegensatz zu Gebäuden, sie stets verfügbar sind und unregelmäßig stark besucht sind, sind Weihnachtsmärkte in der Regel stets hoch besucht. Die Menschenmengen können aufgrund der Öffnungszeiten nicht umgangen werden. Darauf sollte man sich einstellen, vor Allem wenn mit Stativ fotografiert werden soll. Deshalb suchte ich den Weihnachtsmarkt kurz nach 20 Uhr zu fotografieren, wenn die Buden noch geöffnet sind, aber kaum noch Menschen durch die Gänge schlendern. Zusätzlich sollte einberechnet werden, dass obwohl der Markt geschlossen ist, die Händler natürlich noch lange nicht Feierabend haben. Fahrende Autos sollten auf jeden Fall mit bedacht werden, weshalb ich mich an den Rand eines breiten Ganges stellte. Wegen der langen Wartezeit sind Handschuhe und warme Kleidung unabdingbar. Eventuell sollte auch mit dem Sicherheitsdienst Rücksprache gehalten werden.
3.3 Software und Stacking
Zunächst wurden alle Fotos in Lightroom importiert und Lichter, Tiefen, Schwarz und Weiß korrigiert. Von nun an war das Vorgehen zweigeteilt:
Fotos aus einer Belichtungsreihe wurden in Lightroom dupliziert und in Photoshop überführt, um eine optimale Belichtung der Buden bei minimalem Qualitätsverlust zu erzielen (Fotografiert mehr in Belichtungsreihe!). Das Endresultat dieser Reihe wurde aufgeräumt, das heißt Müll und Schmutz in der Gasse wurden míthilfe der Bereichsreparatur-Werkzeug entfernt.
Bei den übrigen Fotos wurde in Lightroom der Weißabgleich des Himmels korrigiert und mittels Klarheit-Korrektur die Sterne optimal entwickelt.
Das Zusammenfügen der Fotos zu Startrails kann mit der Software StarStax realisiert werden. StarStax ist eine einfach zu bedienende, zuverlässige Freeware, die ich jedem empfehlen kann.
Nach diesem Schritt hatte ich also zwei entwickelte Fotos: Eines mit korrekt belichteter Bude und eines mit Startrails, bei dem die Bude stark ausgebrannt war und unnatürlich aussah.
Im finalen Schritt wurden diese beiden Fotos in Photoshop mittels Ebenenmasken kombiniert, sodass ein ordentlich belichtetes Foto mit Startrails realisiert werden konnte.
Nun erfolgten letzte Anpassungen in Lightroom, das Ergebnis wurde geschärft und erhielt ein leichtes Dodge&Burn.
Insgesamt wurden so ca. 135 Fotos miteinander kombiniert.
4. Fazit
Manchmal benötigt es einfach vielfältige moderne Programme, um eine Bildidee zu realisieren. Auch wenn an dem Foto nichts manipuliert wurde, waren drei Programme nötig, um ein Foto mit Startrails über der Bude zu ermöglichen. Dabei wurde die Realität nicht verändert, denn die Sterne zogen ja im Laufe der Zeit über den Markt und die Bude war geöffnet. Leider ist so ein Foto mit dem bloßen Einsatz der Kamera nicht umsetzbar, da die Buden und die Beleuchtung der Stadt im Vergleich zu den Sternen ja deutlich heller sind. So hell, dass eine Langzeitbelichtung zur Erzeugung der Startrails zum Ausbrennen der Umgebung führen würde. Das ist allerdings nicht das, was wir vor uns sehen, denn unsere Augen und unser Gehirn können diesen Unterschied ausgleichen.
Wer Ideen hat, der sollte diese in jedem Fall umsetzen, auch wenn es manchmal Durchhaltevermögen und ein wenig Um-die-Ecke-Denken erfordert.

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