Die Macht der Mottos
Mit dem heutigen Post möchte ich etwas ansprechen, das meiner Meinung nach deutlich zu kurz kommt, wenn darüber berichtet wird, wie ein Foto entstanden ist. Denn wer kennt es nicht (und wer hat sich nicht schon selbst dabei ertappt): Wird irgendwo ein gutes Foto hochgeladen, sind die Fragen meistens die gleichen: Kannst du bitte die Exifs posten? Welche Kamera hast du verwendet? Was waren deine Einstellungen in Lightroom? Nicht, dass an diesen Fragen etwas falsch wäre! Im Gegenteil: Gerade beim Einstieg in ein neues Gebiet und zur Umsetzung der eigenen Ideen ist es durchaus wichtig, von der Vorgehensweise der Anderen zu lernen. Allerdings sind die Antworten auf diese Fragen nur ein minimaler Bestandteil von dem, was zu einem guten Foto geführt hat. Denn weitaus wichtiger, als die technische Umsetzung ist die Kreativität des Fotografen, seine Idee und deren Planung, möglicherweise auch seine Inspirationsquelle.
Um den oberflächlichen Antworten entgegenzuwirken, möchte ich heute über Mottos sprechen und inwiefern sie zu Bildern verhelfen, die anders sind.
Zunächst einmal ist es wichtig, ein geeignetes Motto zu definieren. Dabei beziehe ich mich nicht auf Sätze wie "Morgenstund´hat Gold im Mund", sondern meine damit vielmehr, dass man etwas definiert, das einen Impuls gibt, ein bestimmtes Feld der Fotografie für einige Tage oder Wochen intensiver zu erarbeiten oder sich ein Thema zu suchen, das man über einen gewissen Zeitraum fotografiert. Das passiert bei mir meist aus einer Situation im Alltag heraus. So habe ich mir für die Zeit bis Weihnachten das Motto "Weihnachtsmarkt und Sterne" definiert und versuche jetzt, so viele Bilder wie möglich zu machen, die zu diesem Motto passen. Das führt dazu, dass ich mehr Weihnachtsmärkte aufsuchen werde, mich eher auf klare Nächte konzentriere und mein Equipment entsprechend anpasse. Ich setze mich mit der Situation vor Ort auseinander, plane meine Fotos und mache erste Erfahrungen und schließlich Gedanken über auftretende Probleme, zum Beipsiel, wenn ich die Buden und den Himmel gleichzeitig fotografieren möchte. Um diese Probleme zu lösen, muss ich mich möglicherweise in die Astrofotografie einarbeiten und mir neue Techniken der Bild-Entwicklung und Bearbeitung aneignen.
An diesem einfachen Beispiel wird ersichtlich, wie viel ein einziges Motto nach sich ziehen kann: Es fördert nicht nur die eigene Kreativität und integriert Bildideen in den Alltag. Um ihm gerecht zu werden muss der Fotograf überlegter fotografieren und sich möglicherweise fortbilden.
Diese Erfahrungen eröffnen neue Möglichkeiten und bieten eine gute Grundlage für neue Ideen und deren Umsetzung. Damit kann ein einziges Motto die eigenen Fähigkeiten deutlich bereichern und bietet außerdem Gelegenheit, die Welt mit anderen Augen zu sehen.
Wem es schwer fällt, ein Motto zu finden, kann auch auf gut Glück eine Seite in einem Buch aufschlagen und sich das erste Wort oder den ersten Satz als Motto nehmen.
Wem es schwer fällt, ein Motto zu finden, kann auch auf gut Glück eine Seite in einem Buch aufschlagen und sich das erste Wort oder den ersten Satz als Motto nehmen.
Bei allen positiven Effekten eines Mottos sollte allerdings nicht vergessen werden, dass ein Motto nicht zwangsläufig eine Garantie für gute Fotos ist und natürlich die Sicht und Inspiration eines Fotografen auch stark einschränken kann. Sich zu Mottos zu zwingen, ist auch nicht der richtige Weg und muss auch nicht der einzige Weg zu beeindruckenden Fotos sein. Wichtig ist vielmehr, dass sich der Fotograf wohl fühlt und Freude an dem hat, was er fotografiert. Deshalb sehe ich Mottos vor Allem als eine gute Möglichkeit, sich selbst zu fördern und den Blick für ein gutes Motiv zu schulen.
P.S: Bitte entschuldigt den weißen Balken links! Er will einfach nicht verschwinden, wenn das Bild hochgeladen ist!

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